Die Bauchmuskulatur: Anatomie, Funktionen und Aufgaben

Crunches 2
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Redaktion
Geschrieben von Redaktion

Bauchmuskeln haben mit der Rücken- und Brustmuskulatur die wichtige Aufgabe, den Rumpf mit einem Muskelkorsett zu schützen. Sie bestehen aus den sogenannten tief liegenden und oberflächlichen Bauchmuskeln, wobei das Sixpack von den oberflächlichen Bauchmuskeln gebaut wird. Diese teilt man in vier verschiedene Muskelpartien:

Die 4 Muskelpartien bei den Bauchmuskeln

Der größte Bauchmuskel ist der gerade Bauchmuskel (lat. rectus abdominis), der seinen Ansatz am Brustkorb hat und sich vertikal in zwei Muskelsträngen bis zum Becken zieht. Beide Muskelstränge – auf der linken und rechten Seite – trennt eine Bindegewebsnaht (dort, wo sich der Bauchnabel befindet). In der Horizontale teilt sich der gerade Bauchmuskel in drei seitliche Muskelgruppen unter. die äußere schräge Bauchmuskulatur (lat. musculus obliquus externus abdominis), die innere schräge Bauchmuskulatur (lat. musculus obliquus internus abdominis) und die querverlaufende Bauchmuskulatur (lat. musculus transversus abdominis).

Nochmal zusammengefasst:

  • gerade Bauchmuskel (lat. rectus abdominis)
  • die äußere schräge Bauchmuskulatur (lat. musculus obliquus externus abdominis)
  • die innere schräge Bauchmuskulatur (lat. musculus obliquus internus abdominis)
  • die querverlaufende Bauchmuskulatur (lat. musculus transversus abdominis)

Darüber hinaus werden diese Muskelbahnen durch Zwischensehnen unterteilt (meistens zwei bis drei Stück). Das Ergebnis sind drei Muskelpartien auf jeder Seite des Bauches – insgesamt sind es also sechs Stück, woraus der Name „Sixpack“ abgeleitet wird.

Bauchmuskeln sind direkte Antagonisten (Gegenspieler) zur Muskulatur des Rückens bzw. der Wirbelsäule. Sie schützen vor einem Hohlkreuz, übernehmen eine schützende Funktion für die Bandscheiben für die aus dem Wirbelkanal austretenden Nervenstrukturen. Voraussetzung dafür – sie müssen gut ausgebildet sein. Im Gegensatz zu den Muskeln der Extremitäten (Arme- und Beinmuskulatur) entspringen die Bauchmuskeln am Skelett und zählen deswegen zur Skelettmuskulatur.

Die Aufgaben der Bauchmuskeln

Die Aufgaben der Bauchmuskeln sind unterschiedlich. Das Zusammenspiel aller Bauchmuskelstränge sorgt für eine physiologische, gesunde Körperhaltung und einen aufrechten Gang. Die Verspannung der schrägen Bauchmuskeln schützt die äußerst sensible Wirbelsäule vor einseitigen Belastungen oder äußeren Einwirkungen. Die Flexion des geraden Bauchmuskels (lat. rectus abdominis) zieht den Brustkorb in Richtung der Beine, wodurch Oberkörper gebeugt werden kann (Rumpfbeuge). Indem dieser Hauptmuskel angespannt wird, kommt es zu der Bauchpresse, außerdem fixiert er den Rumpf beim Heben und Tragen von Gegenständen. Wichtig ist auch seine schützende Funktion für die inneren Organe im Bauchraum. Der quer verlaufende Bauchmuskel (lat. musculus transversus abdominis) kann den Bauch zusammenpressen und die Rippen absenken. Die äußere schräge Bauchmuskulatur (lat. musculus obliquus externus abdominis) nimmt aktiv an der Drehung des Rumpfes teil. Des Weiteren beugen den Oberkörper und richten ihn auf. Diese Muskeln werden auch „Beckenheber“ genannt, weil sie das Becken wörtlich anheben können. Die innere schräge Bauchmuskulatur (lat. musculus obliquus internus abdominis) arbeitet synchron mit den äußeren schrägen Bauchmuskeln zusammen. Beide sind für die Neigung und Drehung des Oberkörpers verantwortlich. Hebe- und Tragebewegungen aus dem Rücken sind dank des Zusammenspiels der inneren schrägen und der geraden Bauchmuskeln möglich. Bauchmuskeln sind Teamspieler, an keiner Bewegung ist nur einer der Bauchmuskeln alleine beteiligt.

Deswegen sollen beim Sixpack-Training alle Bauchmuskeln miteinbezogen werden. Wenn man von den Bauchmuskeln spricht, sollte man dabei die Rückenmuskulatur nicht vergessen. Gut ausgeprägte Bauchmuskeln unterstützen die Stabilität und Beweglichkeit des Rückens. Beide Muskelpartien gehen teilweise fließend ineinander über und sind Teile eines Verspannungssystems, die den aufrechten Gang ermöglicht. Rückenmuskulatur wird ähnlich wie Bauchmuskulatur in eine oberflächliche und tief liegende Rückenmuskulatur unterteilt. Tief liegende Rückenmuskeln beteiligen sich an den Bewegungen der Wirbelsäule. Sie können jedoch, anders als die oberflächlichen Bauchmuskeln, nicht gezielt trainiert werden. Wenn sie schwach ausgebildet sind, führt es zum Kippen des Beckens im aufrechten Stand nach vorne. Die tief liegende Rückenmuskulatur leidet auch darunter: Sie verkürzt sich, was eine Rückwärtskrümmung der Lendenwirbelsäule nach sich zieht. Als Folge muss man dann gegen das Volksleiden Nummer eins in Deutschland – Rückenschmerzen – kämpfen, auch Hohlkreuz und Verspannungen sind das Ergebnis einer schwachen Bauchmuskulatur. Starke Bauchmuskeln erhöhen dagegen die Rückenstabilität, was die Beschwerden im Rückenbereich fernhält.

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