Matcha Tee – Ursprung, Inhaltsstoffe, Zubereitung und Tipps zum Kauf

Matcha Tee Pulver
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Redaktion
Geschrieben von Redaktion

Matcha Tee hat in Japan eine jahrhundertelange Tradition. Das grüne Getränk wird aus gemahlenen Grünteeblättern zubereitet und gilt als ein guter Muntermacher, außerdem solle es gesundheitsfördernde Qualitäten besitzen. Wie gesund ist Matcha Tee wirklich?

Der Ursprung des Wundergetränks

Camellia sinensis ist die lateinische Bezeichnung für die immergrüne Teepflanze, die aus China stammt. Im Reich der Mitte war diese Pflanze als Heilpflanze sehr populär. Schon damals hatte man Matcha Tee so zubereitet, wie es heute der Fall ist: durch Zermahlen der ganzen Blätter und Aufbereitung eines Teeaufgusses. Im 12. Jahrhundert haben die Japaner von dem grünen Tee, der heilen kann, erfahren, und diese Zubereitungsart von den Chinesen übernommen. Für die buddhistischen Mönche war Matcha Tee ein willkommener Wachmacher – sie konnten mit seiner Hilfe ihre Meditationen auf weitere Stunden ausdehnen und intensivieren. Im 16. Jahrhundert wurde Matcha Tee in die Tee-Zeremonie aufgenommen. Japaner haben die Herstellung des Matcha Tee perfektioniert und stellen weltweit den besten Matcha Tee her. Das Wundergetränk wird unter anderem nach Europa exportiert. Matcha Tee ist jedoch nicht billig – für 30 Gramm des grünen Pulvers muss man je nach Qualität zwischen 20 und 50 Euro hinblättern.

Das Geheimnis steckt in den Inhaltsstoffen

Matcha Tee ist besonders koffeinreich, daher hält das Getränk so lange wach. Die Wirkung des Koffeins ist bei Matcha Tee stärker als bei Kaffee, weil bei dem Tee das Koffein an die sogenannten Flavonole gebunden ist und, anders als beim Kaffee, erst im Darm in den Blutkreislauf gelangt. Die hochwertigen Matcha-Sorten enthalten außerdem die Gerbsäure Tannin und Aminosäure L-Theanin. Im Teewasser binden sich beide Inhaltsstoffe an das Koffein. Deswegen wird Koffein erst im Darm freigesetzt, ihre Wirkung ist dann zwar etwas milder, sie hält aber länger als beim Kaffee. Darüber hinaus enthält Matcha Tee viele weitere Inhaltsstoffe, die eine heilende und gesundheitsfördernde Wirkung haben sollten. Auf 1 Gramm Matcha Tee (mit etwa 80 Milliliter Wasser gemischt) kommen folgende Mengen an Wirkstoffen vor:

  1. Koffein (oder Tein, rein chemisch gesehen sind die Substanzen gleich) – 30 mg. Die Wirkung von Koffein ist allgemein bekannt: Es stimmt positiv ein, wirkt anregend, das Herz und der gesamte Kreislauf kommen in Schwung. Der Wirkstoff hält wach und verbessert die Konzentrationsfähigkeit.
  1. Theanin (Aminosäure). Diese Aminosäure ist sehr selten, im Matcha Tee kommt es jedoch in hochkonzentrierter Menge vor. Ähnlich wie Koffein macht Theanin munter, die Reaktions- und Aufnahmefähigkeiten verbessern sich nach der Einnahme vom Matcha Tee spürbar. Theanin wirkt sich zudem positiv auf die Stimmung aus und wirkt entspannend. Es wird angenommen, dass Theanin sogar eine Rolle bei der Vorbeugung von Alzheimer, Parkinson oder Schlaganfällen spielen soll.
  1. Polyphenol / Tannin (0,1 g). Matcha Tee ist nicht fermentiert, was bedeutet, dass die Flavonole oder Gerbstoffe (Tannin), an das Koffein gebunden sind und somit seine Wirkung mildern und zeitlich verzögern. Bei einer Reizung des Magen-Darm-Traktes wirkt Tannin beruhigend und desinfizierend auf die Magen-Darm-Schleimhäute.
  1. Eiweiße (0,31 g). Proteine sind wahre Kraft- und Energiequellen, außerdem unterstützen sie das Immunsystem. Neben Proteinen beinhaltet Matcha Tee viele unterschiedliche Aminosäuren, die sich aktiv an Stoffwechselreaktionen im Körper beteiligen.

Neben den Hauptinhaltsstoffen kommen in Matcha Tee wichtige Spurenelemente und Mineralien vor: 

  1. Calcium (4,2 mg). Dieses Spurenelement ist vor allem für die Bildung von Knochen und ihre Stabilität verantwortlich. Da Calcium im Darm Fettsäuren bindet, wirkt es sich vorbeugend gegen Dickdarmkrebs aus. Calcium reguliert außerdem den Blutdruck und das gesamte Herz-Kreislauf-System.
  2. Eisen (0,17 mg). Ein gut funktionierender Energiestoffwechsel wäre ohne Eisen nicht möglich, darüber hinaus hat Eisen eine wichtige Rolle beim Sauerstofftransport im Blut und beteiligt sich bei verschiedenen Funktionen auf Zellenebene.
  3. Kalium (27 mg). Von diesem Spurenelement profitiert in erster Linie das Nervensystem, es ist auch für die Muskelfunktionen im Körper wichtig.

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Matcha Tee ist vor allem durch die sogenannten Catechine (Flavonole/Bitterstoffe) möglich. Im getrockneten Zustand machen die Catechine etwa 40 Prozent des Inhaltes aus. Catechine sind für ihre Antioxidationswirkung bekannt, sie bekämpfen erfolgreich die freien Radikale. Sie beteiligen sich zudem bei dem Zellenschutz und bremsen die Hautalterung, die infolge der UV-Strahlung beschleunigt wird. Der Cholesterinhaushalt wird durch die Wirkung von Catechinen geregelt – sie verhindern vor allem die Entstehung von Arterienverkalkung und somit die Arteriosklerose. Die Bildung von Gefäßplaques führt unmittelbar zum Alzheimer und Parkinson.

Auch einige Vitamine, wenn auch in kleinerer Konzentration, sind im Matcha Tee vertreten. Das sind die Vitamine A, B1, B2, Vitamin C und Karotin. Sie unterstützen das Immunsystem, sorgen für die Gesundheit der Augen, des Nervensystems und der Haut.

Matcha Tee Eistee

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ORAC-Wert und Matcha Tee

ORAC ist eine Abkürzung und steht für Oxigen Radical Absorbing Capacity, was frei übersetzt bedeutet, die Fähigkeit, freie Radikale zu absorbieren und stoppen. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln weist Matcha Tee einen besonders hohen ORAC-Wert auf – 1573 umoleTE/g. Je höher der ORAC-Wert, desto bessere Wirkung gegen die freien Radikale, die für den oxidativen Stress verantwortlich sind. Der oxidative Stress ist auf die Dauer schädlich für die Gesundheit und kann zu gefährlichen Erkrankungen, mitunter Krebs, führen.

Die Zubereitung – So schmeckt Matcha Tee

Der grüne Tee kommt bei vielen etwas bitter im Geschmack vor, deswegen wird er nicht jedem gleich gut schmecken. Bei Matcha Tee ist es jedoch anders: Der Tee ist zwar auch ein bisschen herb im Geschmack, aber nicht so bitter, wie die herkömmlichen Grünteesorten. Sein Geschmack ist cremig, etwas fruchtig oder nussig und intensiv. Matcha Tee kann auf verschiedene Arten serviert werden:

  1. Matcha Eistee

Zutaten:

– 200 ml Wasser

– 2 Bambuslöffel (1 TL) Matcha,

– Zitronengrassirup und Eiswürfel

Alles in einen Cocktail-Shaker geben und etwa fünf Sekunden lang kräftig schütteln. Mit Zitronenscheibe verzieren, fertig!

  1. Matcha Soda

Zutaten:

– 200 ml Wasser

– 2 Bambuslöffel (1 TL) Matcha

– 1 EL Zitronensaft

– 1 EL Limettensirup

– 1 EL brauner Zucker

Alles in einen Cocktail-Shaker geben, zehn Sekunden lang kräftig schütteln, mit 150ml Soda auffüllen, fertig. Nach Geschmack mit Minzblättern garnieren.

  1. Traditionelle Zubereitung

Als Erstes wird weiches Wasser gekocht und auf 70-80 Grad Celsius abgekühlt. Ein bis zwei Gramm Matcha Tee Pulver durch ein Sieb seihen, damit es zu keiner Klumpenbildung kommt. Den Bambusbesen währenddessen für einige Minuten im warmen Wasser vorwärmen. Jetzt das Pulver in einer Schale mit 80 Millilitern heißem Wasser übergießen, die Mischung mit dem Besen vorsichtig aufschlagen. Der Tee soll cremig sein und auf der Oberfläche eine Schaumkrone haben. Der Besen soll nicht im Kreis, sondern ganz locker aus dem Handgelenk W-förmig bewegt werden!

Video mit Tipps zur Zubereitung von Matcha Tee

(c) Video: Youtube Kanal tea exclusive – Teeversand

Kauftipps für den Matcha Tee

Matcha Tee, wie auch andere Lebensmitteln, gibt es auf dem Markt in verschiedenen Qualitätsstufen. Der Preis für eine 30-Gramm-Dose kann sich zwischen 20 und 50 Euro bewegen. Japan bietet die beste Qualität, aber häufig trifft man in Europa auf minderwertige Matcha Tee Sorten aus China. Deswegen sollte man beim Kauf vom Matcha Tee folgende Punkte beachten:

  • Einsteiger sollten erst die mittlere Qualitätsstufe ausprobieren, die gut im Geschmack und genauso gesund ist
  • eine blasse gelbliche oder bräunliche Farbe steht für Matcha Tee von schlechter Qualität, diese Sorten schmecken auch sehr bitter oder säuerlich
  • die beste Qualität kommt aus der japanischen Region Uji (Kyōto), ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis kann man von den Teesorten aus den Regionen Nishio (Aichi) und Kagoshima erwarten.
  • ein hochwertiger Matcha Tee ist frei von Zucker und Zusatzstoffen.

Nach dem Kauf und Anbrechen der Packung sollte der Tee maximal drei bis vier Wochen aufbewahrt werden, danach verliert er seine Eigenschaften. Wenn man also nur gelegentlich Matcha Tee trinkt, dann sollte man lieber kleinere Packungen kaufen. Der beste Lagerplatz ist der Kühlschrank, in dem der Tee luftdicht und dunkel gelagert werden sollte, um seine Qualitäten möglichst lange zu behalten. Der Tee sollte auch keinen allzu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Immer nur für kurze Zeit aus dem Kühlschrank nehmen und dann wieder gleich zurückstellen.

Mit diesen Nebenwirkungen kann man beim Verzehr von Matcha Tee rechnen

Der Matcha Tee hat eigentlich keine Nebenwirkungen, vorausgesetzt er ist von guter Qualität und frei von Schadstoffen. Er sollte jedoch aufgrund seines hohen Koffeingehalts nur in Maßen getrunken werden. Nimmt man zu viel Koffein ein, können Kopfschmerzen, Durchfall, Schwindel oder Sodbrennen die Folgen sein. Im Matcha Tee kommt Oxalsäure vor, die eine Aufnahme von Kalzium, Magnesium oder Eisen im Darm verhindert. Es empfiehlt sich also, zwischen der Mahlzeit und Teekonsum etwa eine Stunde Pause anzulegen. Im grünen Tee sind Gerbsäuren vorhanden, die eine Produktion der Magensäure beschleunigen. Trinkt man Matcha Tee auf leeren Magen, können Verstopfungen, Übelkeit oder Magenschmerzen drohen.

Fazit

Wer keinen Kaffee trinkt oder mag, kann den Matcha Tee genießen, weil er eine vollwertige Alternative für den Kaffee darstellt. Darüber hinaus besitzt der Tee keine Nachteile für die Gesundheit, was durchaus der Fall bei dem Kaffee ist. Matcha Tee besitzt neben den offensichtlichen Geschmacksvorteilen gegenüber dem gewöhnlichen grünen Tee auch viele gesunde Inhaltsstoffe, die in diesem Ausmaß in einem herkömmlichen grünen Tee nicht vorkommen. Das Getränk wirkt belebend, erfrischend und macht munter. Außerdem hellt er die Stimmung auf. Mit dem Matcha Tee ist man nicht nur leistungsfähiger, sondern auch vitaler. Die Konzentrationsfähigkeit wird verbessert und der Stoffwechsel angekurbelt. In der Küche kann man damit nicht nur einen hervorragenden Tee zubereiten, sondern das Pulver auch in die Cocktails oder Smoothies mischen. Auch mit Schokolade, Eis, Salat oder Kuchen bildet Matcha Tee völlig neue und interessante Geschmacksrichtungen.

Weitere Infos

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