Muskelzerrung – Was tun und wie vermeiden?

Muskelzerrung - was tun und welche Behandlung
Redaktion
Geschrieben von Redaktion

Eine Muskelzerrung gehört zu den häufigsten Verletzungen bei Sportlern. Besonders betroffen sind die Muskeln der Beine – Oberschenkel und Wade. Zu einer Muskelzerrung kann es schnell kommen, es reicht ein Sprung, ein Sprint und die Muskelzerrung ist da. Langstreckenläufer oder Fußballer sind von der Verletzung oft betroffen. Die Muskelzerrung ist nichts anderes als eine Mikroverletzung des Muskels und gehört zu den leichtesten Verletzungen der Muskelstrukturen. Je nach Grad der Verletzung unterscheidet man zwischen einer Zerrung, einem Muskelfaserriss, einem Muskelbündelriss und einem Muskelriss, wobei ein Muskelriss die schwerste Verletzung des Muskels ist. Bei Muskelzerrung kommt es zu Beeinträchtigung der Muskelarbeit auf der untersten Ebene – die Verletzung betrifft die sogenannten Sarkomere. Bei einer Zerrung werden diese nämlich über das normale Maß hinaus gedehnt, was ihre Funktionalität einschränkt, sie ziehen sich reflektorisch zusammen und es kommt zu Verkrampfungen. Der Muskel als eine Einheit bleibt jedoch in seinen Funktionen zum größten Teil intakt. Der verletzte Sportler spürt bei einer Muskelanspannung oder Bewegung gezielt Schmerzen an der betroffenen Stelle, es kommt zudem zu einem erhöhten Muskeltonus. Die Überdehnung des Muskels erfolgt meistens durch eine schnelle und unkoordinierte Bewegung (z.B. bei Tennis, Fußball oder Squash).

Zu einer Muskelzerrung kommt es am häufigsten in diesen Fällen:

  • bei Muskelübermüdung
  • wenn man sein Training ohne Warm-up beginnt
  • oder wenn die geplanten Trainingsaufgaben zu schwer sind

Spürt man im Wettkampf oder im Training ein plötzliches, schmerzvolles Ziehen im Muskel (insbesondere am Oberschenkel oder in der Wade), dann sollte man seine Aktivität sofort einstellen, weil es sonst zu einer schlimmeren Verletzung – beispielsweise Muskelfaserriss – kommen kann.

Muskelzerrung: die Symptome

(c) Bigstockphoto ID: 101438513 | michaelheim

(c) Bigstockphoto ID: 101438513 | michaelheim

Eine Muskelzerrung kann normalerweise an jedem Skelettmuskel auftreten, allerdings gibt es Stellen, wo es vermehrt zu Muskelzerrungen kommt, und das ist

  • die Oberschenkelmuskulatur
  • der Wadenmuskel
  • und die Adduktorenmuskulatur (Innenseite des Oberschenkels)

Die Symptome einer Muskelzerrung sind für alle Muskelarten gleich. Aufgrund der übermäßigen Überdehnung des Muskels zieht er sich rasch und stark zurück (Kontraktion). Die betroffene Person spürt starke, krampfartige Schmerzen an den betroffenen Stellen, manchmal kann man das Bein oder den Arm nicht mehr bewegen, ohne dabei Schmerzen zu empfinden. Man erkennt schnell eine Muskelzerrung daran, dass sich die Schmerzen mit der Zeit verstärken und der betroffene Muskel verhärtet sich merklich. Anfangs ist man noch in der Lage, die gesamte Bewegungsamplitude mit dem verletzten Muskel auszuführen, nach einer gewissen Zeit wird es jedoch immer schwerer und es kommt bis zu einer vollkommenen Bewegungseinschränkung – nichts geht mehr. Das Gefühl der unangenehmen Anspannung im Muskel nimmt kontinuierlich zu und steigert sich phasenweise >

  • zu einem Muskelziehen
  • das zu einem Schmerz und eingeschränkter Muskelfunktion übergeht
  • und schließlich bei Verhärtung und Krämpfen endet.

Die Folgen einer Muskelzerrung sind örtliche Entzündungen. Die darauffolgenden Spannungen und Muskelverhärtungen versucht man oft durch Massage zu lösen, was meistens keine positiven Effekte bringt. Die Schäden sind bei einer Muskelzerrung nicht so drastisch wie zum Beispiel beim Muskelfaserriss, weil es zu keiner Blutung im Muskel selbst kommt.

Im Rahmen einer Diagnose sollte man sich folgende Fragen stellen, um eine Muskelzerrung richtig zu deuten:

  • der Grad der Schmerzen bei einer passiven und aktiven Dehnung – wie hoch er ist?
  • Treten Belastungsschmerzen auf?
  • Falls sich der Muskel kraftlos anfühlt – wie hoch sind die subjektiven Kraftverluste?

Bei einer Muskelzerrung bleiben die Muskelstrukturen weitgehend unverletzt, deswegen verzichtet man bei einer Diagnose auf die Anwendung von Ultraschalluntersuchung oder Kernspintomografie. Diese Untersuchungen würden einfach keine erkennbaren Veränderungen im Muskel feststellen.

Ursachen einer Muskelzerrung

Dieses Leiden trifft die meisten Menschen während einer sportlichen Aktivität. Die Ursache liegt in der Regel in einem falschen Verhalten: Das kann eine schnelle, unkoordinierte Bewegung sein oder ein plötzlicher Richtungswechsel. Das sind die häufigsten Ursachen im Überblick:

  • das Fehlen einer Aufwärmphase im Training
  • Überförderung im Sport
  • bei einer Muskelübermüdung
  • wenn man sich in einem physischen Tief befindet – zum Beispiel nach einer Erkrankung (Erkältung)
  • bei Flüssigkeitsmangel, z.B. wenn man im Sommer viel schwitzt und die Wasserverluste nicht ausreichend ausgleicht
  • nach der Einnahme von verbotenen leistungsfördernden Mitteln (wie Anabolika): Die Muskeln und die Kraft wachsen dann unproportional schnell zu den Kräften, die auf die Sehnen und Bänder wirken können.

Ein direktes Trauma, also nach einem Schlag oder Tritt, kommt als Ursache nun selten vor.

Erste Hilfe nach einer Muskelzerrung

Die richtige Erstmaßnahme bei Verletzung ist besonders wichtig. (c) Bigstockphoto ID: 5328117 | rejects

Die richtige Erstmaßnahme bei Verletzung ist besonders wichtig. (c) Bigstockphoto ID: 5328117 | rejects

Die Erstversorgung nach einer Verletzung sorgt für eine optimale Heilung der betroffenen Muskeln. Jede Minute zählt, deswegen sollte man schnellstens das einzig Richtige tun und die sogenannte PECH-Regel anwenden:

  • P steht für Pause: Man soll sofort das Training abbrechen, weil es nur noch schlimmer werden kann, falls man mit zusammengebissenen Zähnen versucht, weiter zu machen. Die betroffenen Muskeln dürfen erst dann belastet werden, wenn man vollkommen schmerzlos ist. Manchmal hilft jedoch eine frühzeitige (schmerzlose!) Aktivierung der verletzten Strukturen, weil die Durchblutung unter Umständen die Heilungsprozesse beschleunigen kann.
  • E steht für Eis: Eine Eiskompresse verengt die Blutgefäße, wodurch weniger Flüssigkeit ins Muskelgewebe austritt, was die Schwellung in Grenzen hält. Eine schnelle Kühlung ist zudem entzündungshemmend, was im Endeffekt die Schmerzen lindert. Die örtliche Kühlung darf jedoch nicht länger als zehn Minuten am Stück erfolgen, weil man sonst kontraproduktiv handelt und die Gefäße sich erweitern reflektorisch (verstärkte Durchblutung).
  • C steht für Compression: Bei einer Muskelzerrung entsteht in der Regel ein großer oder kleiner Bluterguss. Man kann jedoch die Schwellung durch Druck stoppen und die Schmerzen ein wenig lindern. Eine elastische Binde kann hier hervorragende Dienste leisten.
  • H steht für Hochlagern: Legt man die verletzten Extremitäten hoch, kommt es zu Wiederaufnahme der ausgetretenen Flüssigkeit, die über die Lymphbahnen abtransportiert wird. Die betroffenen Körperteile sollten hoch und eben gelagert werden, und zwar über die Herzhöhe.

Darüber hinaus empfiehlt es sich der Einsatz von Kinesiology-Tapes, die von erfahrenen Physiotherapeuten eingelegt werden sollten, spezielle Kompressions- und Wärmehosen, ein angepasstes Krafttraining mit Therabändern und in der Zukunft intensives Dehnen vor und nach einer Trainingseinheit.

Falls die Schmerzen nicht in kurzer Zeit verschwinden und die Bewegung sowie die Kraft in der betroffenen Muskulatur weiterhin eingeschränkt bleiben, so sollte man einen Arzt aufsuchen. Der kann dann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung das Ausmaß der Verletzung (z.B. ein Muskelriss) ermitteln und weitere Schritte einleiten.

Fazit

Muskelzerrung ist eine der populärsten Verletzungen im Sport und ist an steigernden Schmerzen sowie Einschränkungen der Muskelfunktionen erkennbar. Im Gegensatz zu anderen Muskelverletzungen tritt Muskelzerrung nicht plötzlich auf, sondern entwickelt sich nach und nach. Die Ursache ist meistens ein gestörter Muskeltonus, der durch schnelle und unkoordinierte Belastungen hervortritt. Durch Muskelzerrungen werden die Muskelfasern nicht beschädigt. Man beugt Muskelzerrungen vor, indem man sich vor einer körperlichen Aktivität stets richtig aufwärmt und dehnt. Am häufigsten sind Oberschenkel und Waden betroffen.

Weitere Infos:

http://gesund.co.at/gesund/fitness-beauty/

http://www.welt.de/gesundheit/article140615109/Wehe-dem-der-trotz-Muskelzerrung-trainiert.html

 

Muskelzerrung – Was tun und wie vermeiden? 5.00/5 (100.00%) 1 vote