Die richtige Unfallversicherung für Sportler

Richtige Unfallversicherung für Sportler  I  ©Bigstockphoto.com: ID: 105071531/ Amaviael
Richtige Unfallversicherung für Sportler I ©Bigstockphoto.com: ID: 105071531/ Amaviael
Geschrieben von Dariusz

Beim Skifahren, Laufen oder Wandern in den Bergen – Sport ist eine tolle Freizeitaktivität und hält gesund, allerdings auch beim Sport können Unfälle passieren. Man darf nicht vergessen, dass Sport gewisse Gefahren mit sich bringt. Wer sich sportlich aktiv macht, der setzt nicht selten seine Gesundheit aufs Spiel. Im Winter gibt es in Österreich rund 8 Millionen Wintersportler. Von denen acht Millionen verletzen sich Jahr für Jahr rund 80.000 Menschen so schwer, dass eine Behandlung im Krankenhaus erfolgen muss. Ein Unfall auf der Schneepiste kann sehr schnell passieren, nicht selten ist dabei Alkohol im Spiel, aber es reicht auch ein unachtsamer Moment und das Unglück ist schon passiert. Deswegen ist es wichtig, sich für alle Fälle richtig zu versichern. Der Staat bietet für Sportunfälle keine extra Versicherung an, deswegen ist es sinnvoll, die Dienste eines Privatversicherers in Anspruch zu nehmen.

Unfallversicherung für Sportler – das sollte man wissen

Eine Unfallversicherung für Sportler ist vor allem an diejenigen adressiert, die Herausforderungen lieben. Aber auch die normalen Freizeitsportler sollen sich im Rahmen einer Unfallversicherung absichern, damit dadurch die Existenz der Familie geschützt ist. Im Allgemeinen kann jeder Sportler versichert werden, ob seine Sportart Segeln, Klettern oder Tauchen heißt, spielt dabei keine Rolle. Allerdings schließen manche Versicherer bestimmte Sportarten aus, die besonders risikofreudig sind. Dazugehören unter anderen:

  • Flugsportarten, die mit einem Schein ausgeübt werden, wie Paragleiten, Drachen- und Gleitschirmfliegen
  • alle Arten von Motorrennen, mit Auto, Boot oder Motorrad
  • manchmal Rafting, Reiten oder Canyoning.

Bei den sogenannten Risikosportarten verlangen die Versicherer bestimmte Risikozuschläge. Ob man zu den Betroffenen gehört, erfährt man spätestens beim Abschluss einer Unfallversicherung für Sportler. In manchen Fällen muss man dann extra Prämienzuschläge bezahlen.

Sportunfälle können kostspielig sein  I ©Bigstockphoto.com: ID: 9715562/ ginasanders

Sportunfälle können kostspielig sein  ©Bigstockphoto.com: ID: 9715562/ ginasanders

Auf den Tariftyp achten

Private Unfallversicherungen für Sportler werden in unterschiedliche Tariftypen unterteilt:

  1. Der lineare Tarif. Hier werden niedrige Beiträge verlangt, man bekommt jedoch bei schwerer Invalidität auch wenig Geld ausbezahlt (60% = rund 60.000 Euro).
  2. Mehrleistungstarif. Sprunghafter Anstieg der Leistungen: Z.B. mit 50 % Invalidität gibt es doppelt so viel Leistung, wie bei 49 % Invalidität.
  3. Progressionstarif. Bei hoher Invalidität wird viel Geld ausgezahlt, bis 50 % Euro sind es ca. 100.000 €, danach steigt die Leistung weiter progressiv an.

Für einen Sportler sind Progressionstarife am sinnvollsten, weil diese Pakete das günstigste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Bei 100-prozentiger Invalidität bekommt der Versicherte (tarifabhängig) das Drei- bis Fünffache der Versicherungssumme. Allerdings sollte der Vertrag mindestens eine Progression von 300 (P 300) aufweisen.

Das spielt noch bei der Wahl eines Versicherungstarifs eine Rolle:

  • die Versicherungssumme. Empfohlen wird eine Versicherungssumme ab 100.000 Euro.
  • Höhe der Entschädigung bei Invalidität. Sie sollte natürlich so hoch wie möglich sein, von Fall zu Fall können Krankenhaustagegeld oder Schmerzensgeld relevant sein, aber entscheidend ist die Gesamtsumme bei Invalidität.
  • die Beitragshöhe. Je nach Progression: Bei einer 350er- oder 500er-Progression dürfte der Beitrag für einen Mann nicht höher als 260 Euro sein, dementsprechend bei einer Frau nicht mehr als 160 € betragen und bei einem Kind nicht über 100 € steigen.
  • Bei Familienpaketen bieten manche Versicherer einen Rabatt von rund 20 bis 30 Prozent an. Günstige Versicherungsmöglichkeiten für Sportler gibt es bei Gruppenverträgen, beispielsweise über einen Verein.
  • Man soll sich im Vorfeld erkundigen, welche Sportarten überhaupt versichert sind. Das betrifft vor allem die besonders risikofreudigen Freizeitaktivitäten.

Was sind Gliedertaxen

Anhand einer sogenannten Gliedertaxe lernt man kennen, welcher Körperteil wie viel „wert“ ist. Das ist eine Art Musterplan für eine Unfallversicherung. Anhand der Zahlen wird ermittelt, welcher Grad der Invalidität dem Funktionsfähigkeitsverlust eines Körperteils oder eines Sinnesorgans zugeschrieben wird. Im Fall, dass unterschiedliche Gliedmaßen bzw. Sinnesorgane lädiert sind, addieren sich die Prozentsätze. Der Prozentsatz sagt schließlich aus, wie hoch der ausgezahlte Versicherungsbetrag ist.

Eine Musterbedingung könnte wie folgt aussehen:

  • Auge: 50 %
  • Gehör (ein Ohr): 30 %
  • Geschmackssinn: 5 %
  • Daumen: 20 %
  • sonstige Finger: 5 %
  • Hand: 55 %
  • Bein bis unterhalb des Knies: 50 %
  • Große Zehe: 5 %
Hubschraubertransport nach einem Skiunfall ist teuer I ©Bigstockphoto.com: ID: 150529010/ mezzotint

Hubschraubertransport nach einem Skiunfall ist teuer I ©Bigstockphoto.com: ID: 150529010/ mezzotint

Einen passenden Versicherungsumfang wählen

Unfallversicherung für Sportler ist schon fast zu einer Pflicht geworden. Sportunfälle können ziemlich teuer werden, aber nur dann, wenn man nicht richtig versichert ist. Wenn man zum Beispiel bei einem Skiunfall mit einem Hubschrauber transportiert sein muss, kann es für den Skifahrer zu einem finanziellen Desaster werden, wenn er nicht richtig unfallversichert ist. Der Versicherer übernimmt bei einem Freizeitunfall beispielsweise die Kosten für entstandene Bergung, Kosten für die Rettungsmaßnahmen und, das Krankenhaustagegeld, obwohl das meistens tarifabhängig ist. Bei manchen Verträgen sind auch Kurkostenzuschuss oder notwendige kosmetische Operationen mit inbegriffen. Man sollte wissen, dass etwa zwei Drittel aller Unfälle in der Freizeit passieren, und dabei sind nicht nur Extremsportler gemeint, sondern auch Radfahrer oder ganz gewöhnliche Jogger.

Fazit

Im Allgemeinen sollte man bei der Wahl einer Unfallversicherung für Sportler auf die Höhe der Versicherungssumme achten, diese sollte nicht zu niedrig ausfallen. Darüber hinaus sollte man sich immer vergewissern, dass die ausgeübte Sportart oder Freizeitaktivität tatsächlich mitversichert ist. An der ersten Stelle soll nicht der niedrigste Beitragspreis stehen, sondern der Umfang des Versicherungsschutzes. Manche Unfallversicherer bieten sogar eine lebenslange Rente an. Für ältere Sportler sollte der Abschluss einer Unfallversicherung ein Muss sein, weil bei dieser Altersgruppe die Folgen eines Sportunfalls gravierendere Folgen haben können, als bei jüngeren Personen. Der letzte Tipp: Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr sind keine gute Wahl. Beitragsrückgewähr klingt zwar gut – am Ende der Versicherungslaufzeit bekommt man seine eingezahlten Beiträge zurückerstattet. Allerdings haben diese Unfallversicherungen meistens schlechte Tarife und die Beiträge fallen in der Regel viel höher aus, als bei einer klassischen Unfallversicherung. Man sollte deshalb lieber auf eine solide Unfallversicherung setzen, die eine ausreichende Versicherungssumme nach einem Unfall auszahlt.

Mehr Infos zum Thema:

http://sportunion.at/de/vereinsservice/versicherungen

http://www.sportaktiv.com/de/news/sportversicherung-vorsicht-beim-risikofaktor

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